CallMeTechie
EN Anmelden
Home Produkte Blog Über mich Kontakt

Home Gateway vs. klassischer Peer

v1.0 · Updated vor 2 Wochen

GateControl unterstützt zwei Peer-Topologien. Dieses Dokument erklärt die Trade-offs, damit du pro Gerät und pro Anwendungsfall die richtige wählst. Viele echte Deployments mischen beide: ein Home Gateway für Haushaltsgeräte plus ein klassischer Peer für einen Arbeitslaptop.

Wenn du ganz neu bist, lies zuerst 01 — User Journey für eine beispielgetriebene Anleitung.


Eine-Minute-Zusammenfassung

  • Home Gateway: ein dauerhaft laufender Docker-Container in deinem LAN fungiert als Brücke für jedes Gerät in diesem LAN. Ein WireGuard-Tunnel, beliebig viele Ziele. Notwendig wenn das Ziel WireGuard selbst nicht ausführen kann oder soll (Drucker, NAS, IoT, schlafender Desktop der WoL braucht).

  • Klassischer Peer: ein Gerät mit installiertem WireGuard verbindet sich direkt. Ein Tunnel pro Gerät. Richtig für Laptops, Mobilgeräte, Per-User-VPN, Server mit statischer Konfiguration.


Vergleich Seite-an-Seite

Kriterium Home Gateway Klassischer Peer
WireGuard auf jedem Ziel installieren? Nein Ja
Ein Tunnel deckt viele LAN-Geräte ab Ja Nein — ein Tunnel pro Gerät
Drucker / IoT / TVs erreichen (kein WG-Client verfügbar) Ja Nein
Wake-on-LAN von außen Ja (eingebaut) Nein
Per-User-Authentifizierung (verschiedene Menschen = verschiedene Accounts) Eingeschränkt (Route-Auth) Ja (dedizierter Peer pro User)
Bring-your-own-device (Besuch nutzt deinen Drucker) Ja — einfach Route Nein — braucht eigenen Peer
Always-on-Anforderung LAN-Host muss laufen Jedes Gerät entscheidet selbst
Setup-Komplexität Mittel — Container + Routen Niedrig — eine Config + Toggle
Netzwerkmodus Meist Host-Networking nötig Bridge reicht
LAN-seitige Verschlüsselung Plain (Gateway → LAN ist im Heimnetz) Verschlüsselt (WG auf dem Gerät selbst)
Skalierung mit Geräten Flach — Routen hinzufügen, keine Peers Linear — Peer pro Gerät
Wiederherstellung nach Ziel-Reboot Transparent Transparent, aber WG muss auto-starten
Gerät nutzt Server-IP für outbound? Nein — Ziel behält LAN-Routing Ja — Full-Tunnel-Peer nutzt Server als Exit
Kill-Switch-Semantik Gateway IST der Client Gerät ist der Client

Lies die Zeilen der Reihe nach wenn du neu bist. Die kritische Frage ist meist "kann ich WireGuard auf dem Ziel installieren?" — wenn die Antwort Nein ist (Drucker, IoT, NAS ohne Root, schlafender PC, alte Router-Admin-UI), willst du einen Home Gateway.


Szenario-Playbook

"Ich will mein NAS-Web-UI von überall erreichen"

Home Gateway. Synology/UnRAID/TrueNAS haben typischerweise kein First-Class-WireGuard-Support, und du willst eh keinen VPN-Client auf dem NAS selbst laufen haben.

"Mein Laptop soll all seinen Traffic im öffentlichen WLAN durch meinen GateControl-Server tunneln"

Klassischer Peer mit Full-Tunnel (AllowedIPs = 0.0.0.0/0). WireGuard einmal auf dem Laptop installieren, Tunnel aktivieren wenn nötig.

"Ich habe einen schlafenden Gaming-PC zu Hause, den ich aus der Ferne aufwecken und per RDP bedienen will"

Home Gateway (der einzige mit WoL-Support). Der schlafende PC kann auf nichts antworten; der Gateway sendet das Magic-Packet, wartet, tunnelt dann RDP durch.

"Ich will einem Kollegen Zugriff auf genau einen Dienst in meinem Büro geben, sonst nichts"

Home Gateway plus Route-Auth auf dieser einen Route (E-Mail-OTP oder TOTP). Der Kollege braucht keinen WireGuard-Client, kein Gerät-Setup auf seiner Seite — nur einen Browser.

"Ich will einen 24/7-Heim-Server der mein Büro-Netz erreicht"

Klassischer Peer auf diesem Server. Full-Tunnel oder Split-Tunnel je nach dem was routbar sein soll.

"Ich habe einen Mix — Heim-Server + Drucker + NAS + iPad vom Kind"

Home Gateway für die Drucker, NAS, IoT (kein WG dort) plus klassische Peers für den Heim-Server und das iPad (Mobile-User). Beide Topologien koexistieren auf demselben GateControl-Server.

"Ich betreibe ein Homelab mit 20+ Diensten auf verschiedenen LAN-Geräten"

Home Gateway. Ein Container, 20 Routen im Admin-UI. Einen Dienst hinzufügen ist eine neue Route, kein neuer Peer.

"Ich manage 10 Kunden-Sites und will eine VPN für alle"

Ein Home Gateway pro Site. Jeder Site-Gateway hat seinen eigenen Peer in GateControl; du siehst alle Sites als separate Peers im Dashboard. Bessere Isolation (jeder Site-LAN-Traffic bleibt auf diesem Site-Gateway), klareres Monitoring, unabhängige Reboot/Update-Zyklen.


Wann KEIN Home Gateway

  • Das Ziel führt WireGuard bereits perfekt aus. Ein Linux-Server mit wg-quick braucht keinen Gateway — du würdest nur einen Proxy-Hop hinzufügen. Klassischer Peer ist einfacher und schneller.
  • Du hast einen User auf einem Gerät. Ein Laptop → klassischer Peer. Ein Gateway ist Overkill.
  • Das Ziel ist mobil. Ein Gateway setzt einen stabilen LAN-Host voraus. Ein Handy oder Laptop der Netzwerke wechselt ist ein klassischer Peer.
  • Jedes Gerät muss seine eigene Identität haben (Per-User-Audit, unterschiedliche ACLs pro Gerät). Home Gateway gibt eine Identität (den Gateway) und setzt dann auf Route-Auth für Per-User-Trennung; wenn du Device-Level-Attribution brauchst, nimm klassische Peers.

Kann ich beide laufen lassen?

Ja. Die meisten echten Deployments tun es. Gemischte Topologie ist First-Class in GateControl — Peers und Gateway-Peers leben in derselben Liste, demselben Dashboard, demselben Monitoring.

Typische Aufteilung:

  • Gateway für alles Stationäre im Heim/Büro (NAS, Drucker, IoT, Workstations auf die User per RDP einloggen)
  • Peers für alles Mobile (Laptops, Handys, Admin-Geräte)

Weiter

Cookie Settings

Wir verwenden Cookies, um Ihre Erfahrung zu verbessern. Essentielle Cookies sind immer aktiv.

Datenschutzerklärung
ESC
↑↓ navigate open esc close