Mein Synology-NAS lebt jetzt in Claude Code — ganz ohne DSM-Klickerei
Ein Synology-NAS ist ein wunderbar pflegeleichtes Stück Hardware — bis zu dem Moment, an dem du wissen willst, wie es ihm wirklich geht. Wie warm sind die Platten? Hat eine schon reallokierte Sektoren? Läuft der Nextcloud-Stack noch, oder ist er nach dem letzten Neustart hängen geblieben? Steht ein DSM-Update an? Für jede dieser Fragen heißt es: einloggen, durch DiskStation Manager klicken, das richtige Untermenü suchen.
Genau diese Klickerei wollte ich loswerden. Also habe ich Synology Manager Plus gebaut — ein Plugin für Claude Code, das mein NAS komplett über SSH verwaltet. Statt durch DSM zu navigieren, tippe ich /health-summary oder /smart-status und bekomme sofort eine strukturierte Antwort.
TL;DR
- Was: Claude-Code-Plugin für Synology-NAS-Verwaltung über SSH
- Für wen: NAS-Homelabber und Admins, die SSH der Weboberfläche vorziehen
- Kosten: keine — Open Source unter MIT
- Kernidee: read-only by default, keine DSM-Web-API, ein oder mehrere NAS aus einer Session
Ein Fork, der drei Dinge geradezieht
Synology Manager Plus ist ein Fork von Daniel Rosehills synology-manager-plugin — eine großartige Idee, die aber an drei Stellen hakte: Die Installation über den Marketplace funktionierte nicht, die Einrichtung lief über einen Sub-Agenten, der keinen mehrstufigen Dialog führen konnte, und echte Health-Checks fehlten ganz. Der Fork behebt genau das und ist seitdem über mehrere Releases gewachsen: SMART-Health, Log-Viewer, DSM-Update-Check, ein kompletter Docker-Compose-Satz und Multi-NAS-Verwaltung.
In fünf Minuten eingerichtet
Die Einrichtung ist bewusst geführt. Voraussetzung ist nur ein aktivierter SSH-Dienst in DSM (Systemsteuerung → Terminal & SNMP). Dann:
/plugin marketplace add CallMeTechie/synology-manager-plus
/plugin install synology-manager-plus@synology-manager-plus
/first-run
/first-run fragt LAN-Host, optionalen WAN-Host, Port und Benutzer ab. Anschließend kümmert es sich um den SSH-Schlüssel — Synology Manager Plus nutzt einen eigenen, dedizierten Ed25519-Key und vermischt sich nicht mit deinen GitHub-Schlüsseln. Den öffentlichen Teil deployst du mit einer Zeile, die das Plugin dir zum Kopieren gibt:
! ssh-copy-id -p 22 -i ~/.ssh/synology-manager-plus_ed25519.pub admin@192.168.1.10
Das führende ! ist wichtig — es öffnet in Claude Code ein echtes Terminal für die Passwort-Eingabe (und du bestätigst dabei einmalig den Host-Schlüssel-Fingerprint). Danach erkennt das Plugin Modell, DSM-Version, RAM, RAID und Docker automatisch und prüft mit /diag, ob alle sieben Health-Checks grün sind.
Die Befehle, die ich täglich nutze
Mein erster Griff am Morgen ist der Gesundheits-Überblick:
/health-summary
RAID: SHR-1 healthy
Volume1: 58% used
Disks: sda 41°C, sdb 39°C
Memory: 62% Load(5m): 0.4
Verdict: ok
Wenn ich mehrere NAS habe, hänge ich einfach --all an — dann geht der Befehl sequenziell durch die ganze Flotte und gibt mir ein Verdict über den schlechtesten Einzelwert. Danach geht es ins Detail:
/smart-status— SMART-Health pro Platte mit klarem pass/warn/critical (ein einziger Pending-Sektor reicht fürcritical)/nas-status— Belegung, RAID, Dienste, Load auf einen Blick/dsm-update-check— steht ein DSM-Update an? (read-only, installiert nie selbst)/logs --source=ssh --last=12h --grep=Failed— schnell ins Log schauen
Und für die Docker-Stacks auf dem NAS gibt es einen kompletten Compose-Satz: /compose-list, /compose-up, /compose-update (Pull + Restart atomar) und /compose-down.
Die DSM-Eigenheiten, die das Plugin für dich löst
Ein NAS ist kein gewöhnlicher Linux-Server, und DSM hat ein paar Stolpersteine, die ich beim Bauen schmerzhaft gelernt habe:
- Docker liegt unter
/usr/local/bin/docker— ein Pfad, der bei nicht-interaktivem SSH nicht imPATHist. Das Plugin ruft Docker daher immer absolut auf; ein CI-Check verhindert, dass sich je ein blankesdockereinschleicht. - DSM hat kein
visudo— passwortloses sudo richtest du über eine Drop-in-Datei unter/etc/sudoers.d/ein, beschränkt auf genausmartctl,synoupgradeunddocker. - smartctl 6.5 spricht ein älteres Textformat; das Plugin parst es robust und lässt dich bei Exoten den Device-Type (
ata/sat/nvme) im Profil überschreiben.
Sicherheit: read-only, wo immer es geht
Ein Tool, das per SSH auf einem NAS Befehle ausführt, muss vorsichtig sein:
- Read-only als Standard: Alle Übersichts-Befehle verändern nichts. Verändernde Aktionen verlangen ein ausdrückliches Argument.
- DSM-Updates nie automatisch:
/dsm-update-checkmeldet nur den Status — installiert wird bewusst nur in der Weboberfläche. - Kritische Stacks unter Schutz: Projekte in
critical_compose_projectslassen sich nur mitSM_CONFIRM_CRITICAL=yesstoppen. - Kein blindes Vertrauen: Den Host-Schlüssel bestätigst du einmalig beim Setup; danach laufen alle Verbindungen mit
BatchModeund dem zwischengespeicherten Schlüssel. - Deine Daten bleiben lokal: Hosts, Benutzer und Schlüssel landen nie in Git — die echten Profile sind git-ignoriert.
Und das große Linux-Geschwister
Synology Manager Plus kümmert sich um Synology-Spezifika. Hast du daneben noch klassische Linux-Server — einen VPS, ein paar Raspberry Pis —, ist Fleet Manager das passende Schwester-Plugin mit demselben Bedienkonzept. Ich nutze beide parallel.
Fazit
Synology Manager Plus nimmt mir nicht die Entscheidungen ab, aber das Klicken. Ich sehe den Zustand meines NAS in einer Zeile, erkenne eine kriselnde Platte, bevor sie ausfällt, und steuere Docker-Stacks, ohne mich durch DSM zu hangeln. Für ein NAS-Homelab ist das genau die richtige Mischung aus Komfort und Kontrolle — und weil es Open Source ist, kostet es dich nichts außer fünf Minuten Einrichtung.
Der Code liegt auf GitHub. Wenn du ein Synology-NAS betreibst und Claude Code nutzt: ausprobieren und mir erzählen, was noch fehlt.